Interessante Wort- und Begriffsschöpfung der Agentur achtungkommunikation: der Social Media Newsroom. Es handelt sich um einen supervernetzten Blog, der klassische Pressemeldungen über alle nur denkbaren Web 2.0-Kanäle (Bilder über Flickr, PDFs über scribd, PPTs über slideshare, Links über Mister Wong, Filme über YouTube) verteilt und somit die Zugänglichkeit der Informationen erleichtert. Bestes Beispiel ist der eigene Social Media Newsroom der Agentur.
Posts mit dem Keyword "Web 2.0"
Schon oft gehört, aber noch nie wirklich verstanden, was es mit dem “semantischen Web” auf sich hat? So ging es mir, bis ich das Video über Twine.com gesehen habe.
In Kürze: Im Web, wie wir es kennen, ist eine “Page”, also eine einzelne Webseite, eine Einheit. Im semantischen Web kann alles zu Einheiten werden. Twine will diese Einheiten automatisch erkennen und weiterverarbeiten. So will es beispielsweise Bookmarks (z.B. aus del.icio.us), Bücher (z.B. Amazon), Fotos (z.B. Flickr), Texte (z.B. Wikipedia), Profile (z.B. XING) aufnehmen können und diese Informationseinheiten auch weiterhin als Bookmark, Foto, Profil usw. behandeln und vernetzen. Ziel ist dabei, die Content-Silos, die durch viele Einzelapplikation aufgebaut werden, horizontal zu vernetzen.
Hört sich furchtbar abstrakt an. Im Video wird Twine allerdings schon gezeigt (ist noch in geschlossener Testphase). Wirkliche Vorteile bringt das glaube ich v.a. bei der Suche nach persönlich relevanten Informationen. Überzeugt euch selbst - im Film wird es anhand des Beispiels einer Community, die über Twine aufgebaut wird, deutlicher.
PS: Das semantische Web heißt jetzt übrigens “Web 3.0″
Google hat mit dem Projekt Knol (noch nicht öffentlich zugänglich) einen interessanten Schritt vor - ich würde es mal als eine Vermischung der Konzepte von Blogs und Wikis beschreiben.
Das ganze soll so funktionieren:
- Experten erhalten die Möglichkeit, einen Artikel über ein Thema zu schreiben. Als wichtige Zielgruppe werden Wissenschaftler genannt.
- Anders als beim traditionellen Wiki (wo die Autoren keine Rolle spielen), werden sie als Experte groß mit Foto neben dem Artikel angezeigt, was natürlich für Motivation sorgt. Ein Artikel hat nur einen Autor, der den ganzen “Ruhm” abbekommt. Sollte es mehrere Artikel zum gleichen Thema geben, meint Google “Competition of ideas is a good thing”. In diesen Punkten ähnelt das System dem von Blogs, bei denen ja auch die Persönlichkeit und die Autorität des Autors eine wichtige Rolle spielen.
- Andere User können Artikel kommentieren, zusätzlichen Content hinzufügen, Fragen und Verbesserungsvorschläge posten.
- Der Artikel kann auch von anderen Usern bewertet werden und soll nur ein Thema haben. Da sich daraus ein ähnliches Nachschlagewerk wie Wikipedia entwickeln könnte, wird das System bereits als möglicher Konkurrent aufgebauscht.
- Google will die gut bewerteten Artikel in seinen eigenen Suchergebnissen entsprechend hoch platzieren. Außer der Berwertung wird es auch die Möglichkeit geben, Rezensionen zu schreiben.
- Neben dem Aufbau der “Online-Reputation”, gibt es auch noch einen finanziellen Anreiz für den Autor eines Artikels. Google plant, die Erlöse aus Anzeigen, die neben einem Artikel platziert werden sollen, mit dem Autor des Artikels zu teilen. Der Autor soll selbst entscheiden, ob er Anzeigen zulassen will oder nicht. (Ein interessanter Punkt von Martina: Führt der finanzielle Anreiz nicht dazu, dass es tendenziell mehr Artikel über Themen wie “Tokio Hotel” geben wird im Vergleich zu Artikeln über “Sklaverei in Indien und Pakistan”?)
Ließe sich dieses Konzept eventuell auch auf die Unternehmenswelt übertragen, beispielsweise zum Aufbau eines internen Informationsmanagements? Auf den ersten Blick erscheint dies schwierig, da der finanzielle Anreiz nicht in der gleichen Form geboten werden kann. Außerdem suggeriert die Form des Fachartikels, dass es sich um eine freigegebene, “offizielle” Information handeln könnte.
Es wird also interessant zu sehen, welche Motivationshilfen Google im Laufe der Zeit einsetzen wird. Ich bin gespannt, wann entsprechende Ansätze aus der Unternehmenswelt bekannt werden.
Via Klaus Eck
Google hat eine Initiative namens Open Social vorgestellt, die alle möglichen Social Networks verknüpfen soll. So’ne Art Facebook, nur halt “open”. Marc Andreesen (ja, der von Netscape) kann es besser erklären. Ist das das Web 3.0?
Endlich kann man jetzt auch legal Computer durchsuchen… mit der neuen Schäuble-Suchmaschine…
(wenn die Überschrift nicht Traffic bringt…)
Gestern war der Papst in Wien und hielt eine Rede. Darin ging es unter anderem um Afrika und Aids. Zwischendurch spielte ein Quartett klassische Musik. Martina und ich hatten auf einmal eine lustige Schreckensvision: Mal angenommen in fünf Jahren vermarktet Google Fernsehwerbung. Es würde sofort in der Musikpause ein 30-Sekunden Werbespot eingeblendet. Vollautomatisch und kontextsensitiv - versteht sich. Was wäre das wohl? Durex- und Condomi-Reklame?
Michael Reich, ein ehemaliger Kollege / Chef von uns bei Spirit Link studiert seit einer Weile an der Harvard Business School. Anstatt zu studieren hat er jetzt ein Startup gegründet, das als “Facebook für den Aktienmarkt” beschrieben wird: The Updown Investment Community. Schaut euch am besten das Video auf YouTube / CNBC an.
Für alle, die sich mal wieder einen Überblick übers Web 2.0 verschaffen wollen, hier ein sexy und super-übersichtliches Deliverable von ganz fleißigen Informationsarchitekten.
Liebe Techniker, was bedeutet es wenn sich zwei Giganten wie Google und Adobe zusammentun, um an einem Toolkit für offline Webanwendungen zu arbeiten? Geht das dann in die Richtung von Eclipse RCP?
Update: Schöne Zusammenfassung der aktuellen Techniken für Offline-Webanwendungen von Spreeblick
Dell hat eine neue Website namens Dell Idea Storm gelauncht, auf der User Verbesserungsvorschläge posten können und wie bei Digg “promoten” können. Auf den ersten Plätzen liegen ein paar Ideen, die ich den Leuten bei Dell nach unserem letzten PC-Kauf dort auch sagen wollte, z.B.: Wir (Endverbraucher) wollen keine Software auf dem Computer, die wir nicht bestellt haben (sprich: AOL, Google Toolbars usw.) und der Shop sollte dringend benutzerfreundlicher werden und nicht primär in Dell Produktlinien sortiert sein.
Ich denke, dass Dell so auf die denkbar günstigste Weise an relevante Ideen der Kunden kommt und so jede Menge Marktforschung einsparen kann. Ich mag die Einfachheit der Idee: Die User können einfach Ideen posten und abstimmen. Zu jedem Punkt können Diskussionen geführt werden. Fertig. Wäre das auch eine Möglichkeit für Innovationsmanagement innerhalb einer Firma?


